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Deutsch
Je Mehr Sprachen, Desto Einfacher?!
Apr 16, 2022

Umso mehr Sprachen du sprichst, desto einfacher wird es, eine neue zu lernen

Erinnert ihr euch an eure erste Fremdsprache und wie lange es gedauert hat, bis ihr wirklich einen Satz sagen konntet und die Sprache einigermaßen verstanden habt?

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich Englisch lernen musste. Es dauerte sehr lange und war ein mühsamer Prozess, bis man ein wenig von der Sprache verstanden hat. Etwas später habe ich Französisch gelernt und auch bei dieser Sprache dauerte es sehr lange, bis ich auch nur einen Satz sagen konnte und mich an die neuen Strukturen gewöhnt hatte. Nach Französisch lernte ich Spanisch. Dies geschah in kürzester Zeit und ich verstand zu Beginn bereits einige Wörter und konnte mich innerhalb von wenigen Monaten verständigen. In den folgenden Jahren, als ich Italienisch und Portugiesisch lernte, ging es sogar noch schneller. Bereits zu Beginn der Lernphase konnte ich viele Wörter verstehen. Portugiesisch verstand ich anfangs sogar schon so gut, dass ich ganze Texte lesen und verstehen konnte und das, ohne die Sprache je zuvor gelernt zu haben. Umso mehr Sprachen man also spricht, desto einfacher wird es, eine neue zu lernen.

Doch wieso ist das so?

Gehen wir dafür ein wenig in die Sprachgeschichte, wo wir die Erklärung dafür finden. Sprachen sind nicht etwas, das ein Mensch einmal aufgebaut hat und das feste Strukturen besitzt. Sprachen entwickeln sich ständig weiter und vermischen sich mit anderen Sprachen und Dialekten oder können im Laufe der Zeit vollständig aussterben. Viele Sprachen, die heute noch in Europa gesprochen werden, haben alle eine lange Geschichte und Wandlung hinter sich, aber gehen alle auf eine gemeinsame Ursprache zurück, nämlich auf die ur-indoeuropäische Ursprache, die mehrere Millionen Jahre alt ist. Aus dieser Ursprache etablierte man die indoeuropäische Sprachfamilie, die viele Unterfamilien hat, die aber alle von dieser einen Ursprache abstammen und sich im Laufe der Zeit verändert haben. Dazu gehören zum Beispiel die germanische Sprachfamilie, zu der Deutsch und Englisch gehören, die slawischen Sprachen, zu denen zum Beispiel das Russische gehört, sowie die baltischen Sprachen mit Litauisch und Lettisch, aber auch einige Sprachen wie Albanisch oder Griechisch. Dadurch, dass also viele Sprachen, die heute zu den Weltsprachen gehören, zu den indogermanischen Sprachen gehören und somit einen gemeinsamen Ursprung haben, kann man davon profitieren, wenn man mehrere Sprachen lernt. Die Sprachen weisen untereinander nämlich verschiedene Ähnlichkeiten auf und die Sprachen, die zur selben Sprachfamilie gehören, sogar noch mehr.

Die romanischen Sprachen stammen beispielsweise alle vom Latein ab. In der Zeit der Antike hatte Rom einen großen Einfluss auf den ganzen Mittelmeerraum und Latein, was man damals in Rom sprach, verbreitete sich schnell. Mit der Zeit vermischte sich das Latein mit den Dialekten der Länder, woraus die romanischen Sprachen entstanden. Latein ist somit eine ausgestorbene Sprache, aber lebt immer noch weiter in den romanischen Sprachen. Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch sind somit sehr ähnlich und haben viele Strukturen und Wörter vom Latein adaptiert. Diese Ähnlichkeiten können teilweise so groß sein, dass z.B 50 % des Grundwortschatzes von Italienisch bereits bekannt ist, wenn man schon Französisch spricht. Auch einige Grammatikstrukturen sind zwischen den Sprachen innerhalb einer Sprachfamilie sehr ähnlich und man kann viele Regeln übertragen.

Diese Ähnlichkeiten zwischen zwei Sprachen sind sicherlich gut für uns, und wenn wir wissen, dass es sie gibt, können wir Wörter noch bewusster übertragen. Allerdings hat alles, was gut ist, auch eine negative Seite. Diese Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen können auch dazu führen, dass zwei Sprachen vermischt werden. Es gibt nämlich viele Wörter zwischen den Sprachen, die nicht identisch sind, sondern einfach nur sehr ähnlich sind und eine kleine Veränderung aufweisen, wie z. B. zwei Buchstaben, die sich ändern.

Das Wort «Welt» heißt zum Beispiel auf Italienisch «mondo», auf Spanisch «mundo», auf Portugiesisch «mundo» und auf Französisch «monde». Diese Wörter sind zwar sehr ähnlich und man versteht sie alle, auch wenn man nur eine Sprache davon spricht, aber wenn eine Person jetzt zum Beispiel bereits Spanisch spricht und Italienisch lernen möchte, kann es sehr wohl passieren, dass die Person das spanische Wort «mundo» ins Italienische überträgt. Dies geschieht meistens unterbewusst und stört den Lernprozess. Das Positive daran ist, dass umso besser man die Sprachen spricht, desto besser kann man sie auseinanderhalten. Diese falschen Übertragungen sind also hauptsächlich Anfänger Fehler.

Aber das ist überhaupt nicht schlimm und zeigt, dass man mehrere Sprachen sprechen kann, was eigentlich positiv ist. Solche Fehler passieren immer und man kann sie nicht vermeiden, aber wenn ihr das nächste Mal einen solchen Fehler macht, werdet ihr wissen, dass der Grund dafür in der Sprachgeschichte zu finden ist.

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